Trauertexte

Lange stand ich vor der schmalen Holzbrücke, die sich mit ihrem sanften Bogen spiegelte. Es war eine Brücke zum Hin- und hergehen, hinüber und herüber. Einfach so, des gehens wegen und der Spiegelung.

Die Trauer ist ein Gang hinüber und herüber. Hinüber, dorthin, wohin der andere ging. Und zurück, dorthin, wo man mit ihm war all die Jahre des gemeinsamen Lebens.

Und dieses Hin- und Hergehen ist wichtig. Denn da ist etwas abgerissen. Die Erinnerung fügt es zusammen, immer wieder. Da ist etwas verloren gegangen. Die Erinnerung sucht es auf und findet es. Da ist etwas von einem selbst weggegangen. Man braucht es. Man geht ihm nach. Man muss es wiedergewinnen, wenn man leben will.

Man muss das Land der vergangenheit erwandern, hin und her, bis der Gang über die Brücke auf einen neuen Weg führt.
(Jörg Zink)

 

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Der Mensch lebt und bestehet, nur eine kurze Zeit und alle Welt vergehet, mit ihrer Herrlichkeit. Es ist nur einer ewig und an allen Enden und wir in seinen Händen.

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Was bleibt - Ein Mensch, der uns verlässt, ist wie die Sonne, die versinkt. Aber etwas von ihrem Licht bleibt immer in unserem Herzen zurück.

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Wenn man einen Menschen verliert, den man geliebt hat, dann stirbt ein Stück seines eigenen Lebens mit ihm. Aber wenn man sich etwas von dem bewahrt, das sich einem durch ihn an innerem Reichtum erschlossen hat, wird er in einem gegenwärtig und durch einen selber hindurch auch in Zukunft lebendig sein.

Mögest Du immer einen Engel an Deiner Seite haben, der über Dich wacht bei all dem was Du tust. Der Dich stets daran erinnert, dass es auch wieder sonnige Tage gibt. 

Der Dir bei der Verwirklichung Deiner Wünsche und Träume hilft, der die Trauer verwandelt in Dankbarkeit und dadurch die Erinnerung in eine stille Freude verwandelt. 

Mögest Du immer einen Engel an Deiner Seite haben, der Dir Hoffnung gibt, so sicher wie die Sonne scheint, der Dich durch das Leben führt und die Kraft der Heiterkeit angegt.

Mögest Du immer mit Liebe, Trost und Mut erfüllt sein. Jemand haben, der Dich auffängt wenn Du fällst, der Dich wieder zu Träumen ermutigt, die Freude in Dir wieder erweckt, der Deine Hand hält und Dir bei allem zur Seite steht. 

Mögest Du immer, nach jedem Sturm einen Regenbogen vorfinden.
Mögest Du immer ein Ziel haben, das Dich antreibt.

 

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Es ist gut, immer wieder Erinnerungen aufzusuchen, mit anderen zusammen alte Geschichten auszugraben. Fragen: Weißt du noch? Bilder auszukramen.

Das ist gut: sich erinnern, dankbar für viel Schönes, Freundliches und Schmerzliches auch, das man gedacht hat, erlebt und empfunden. Erinnern hilft uns zu sehen, aus welcher Vergangenheit wir kommen, und dann den Weg zu suchen, der weiterführt.

Denn wenn früher so viel gütige Führung war, sollten wir ihr nicht auch künftig vertrauen?
Wenn die fröhliche, gesunde Kraft von früher freundliche Gabe Gottes war, sollte dann nicht auch
künftig eine Quelle sein, aus der Kraft kommt?

Vielleicht macht dir das Erinnern noch Mühe, aber sicher wird dir im dankbaren Verweilen
das Schreckliche weniger unerträglich sein. (Jörg Zink)


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