Liedertexte

WER NUR DEN LIEBEN GOTT LÄSST WALTEN

 

Wer nur den lieben Gott lässt walten
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

Georg Neumark

VON GUTEN MÄCHTEN

 

Von guten Mächten treu und still umgeben, 
behütet und getröstet wunderbar, 
so will ich diese Tage mit euch leben 
und mit euch gehen in ein neues Jahr. 

Noch will das alte unsre Herzen quälen, 
noch drückt uns böser Tage schwere Last, 
ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen 
das Heil, für das Du uns bereitet hast. 

Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern 
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, 
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern 
aus Deiner guten und geliebten Hand. 

Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken 
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, 
dann wolln wir des Vergangenen gedenken, 
und dann gehört Dir unser Leben ganz. 

Laß warm und still die Kerzen heute flammen, 
die Du in unsre Dunkelheit gebracht, 
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. 
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht. 

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, 
so laß uns hören jenen vollen Klang 
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, 
all Deiner Kinder hohen Lobgesang. 

Von guten Mächten wunderbar geborgen, 
erwarten wir getrost, was kommen mag. 
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Dietrich Bonhoeffer

SO MIMM DENN MEINE HÄNDE

☸ڿڰۣ-- 
So nimm denn meine Hände und führe mich 
bis an mein selig Ende und ewiglich! 
Ich mag allein nicht gehen nicht einen Schritt; 
wo Du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit! 

☸ڿڰۣ-- 
In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz 
und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz! 
Laß ruhn zu Deinen Füßen dein armes Kind; 
es wird die Augen schließen und glauben blind. 

☸ڿڰۣ-- 
Wenn ich auch gleich nichts fühle von Deiner Macht, 
Du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht. 
So nimm denn meine Hände und führe mich 
bis an mein selig Ende und ewiglich! 

Julie von Hausmann 
(1826 - 1901)


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